Depressionen erkennen und behandeln

Depression sind häufige Erkrankungen. Etwa jede fünfte Frau und jeder zehnte Mann in Deutschland sind im Laufe ihres Lebens von einer Depression betroffen. Aktuelle Daten der Krankenkassen deuten darauf hin, dass Depressionen insbesondere bei jüngeren Menschen in den vergangenen Jahren zugenommen haben. Dabei hat die Corona-Pandemie vermutlich als zusätzlicher Belastungsfaktor eine Rolle gespielt.

22.01.2026

Was sind Ursachen von Depressionen?
Depressionen entstehen in der Regel durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Belastungen im Berufs- oder Privatleben spielen dabei häufig eine wichtige Rolle. Hinzu kommen genetische Einflüsse: Etwa 30 % des Erkrankungsrisikos werden auf erbliche Faktoren zurückgeführt. Von besonderer Bedeutung für die Entstehung einer Depression ist zudem ein Ungleichgewicht die Botenstoffe im Gehirn. Bei depressiven Erkrankungen besteht häufig ein Mangel an Serotonin und Noradrenalin.

Welche Symptome bestehen bei der Depression?
Menschen mit einer Depression leiden meist unter einer niedergedrückten Stimmung, Interessenverlust, Freudlosigkeit sowie Antriebslosigkeit. Häufig treten zudem starkes Grübeln sowie Ein- und Durchschlafstörung auf. Bei schweren Depression können auch suizidale Gedanken vorkommen. Diese stellen ein ernstzunehmendes Alarmsignal dar, sodass umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden sollte. Neben den typischen psychischen Symptomen können auch körperliche Beschwerden auftreten, etwa Kopf- und Rückenschmerzen oder ein Kloßgefühl im Hals. ierWichtig ist jedoch, zunächst mögliche körperliche Ursachen abzuklären, bevor diese Symptome einer Depression zugeordnet werden.

Wie wird eine Depression diagnostiziert?
Die Diagnose einer Depression erfolgt durch einen Arzt oder Psychologen im Rahmen eines ausführlichen Gesprächs. Dabei werden insbesondere Arzt, Ausmaß und Dauer der Symptome erfragt. Von einer Depression spricht man erst, wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum, mindestens jedoch 14 Tage, anhalten. Eine unbehandelte Depression dauert meist mehrere Monate (durchschnittlich sechs bis acht Monate), in manchen Fällen auch bis zu zwei Jahre. Vor der endgültigen Diagnosestellung müssen durch weitere Untersuchungen mögliche körperliche Erkrankungen ausgeschlossen werden, die depressive Symptome wie Abgeschlagenheit und Antriebsmangel verursachen können, beispielsweise eine Schilddrüsenunterfunktion.

Wie kann man eine Depression behandeln?
Depressionen können sowohl psychotherapeutisch als auch medikamentös behandelt werden. Besonders für die sogenannte kognitive Verhaltenstherapie liegen sehr gute Wirksamkeitsnachweise vor. Medikamente setzen am Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn an und erhöhen in der Regel die Konzentration von Serotonin und Noradrenalin. Dadurch kommt es zu einer deutlichen Besserung bis hin zum vollständigen Rückgang der depressiven Symptome. Allerdings benötigen diese Medikamente etwa vier bis sechs Wochen, bis sie ihre volle Wirkung entfalten. Geduld ist daher ein wichtiger Bestandteil der Behandlung.

Bleiben Sie gesund!

Ihr Prof. Dr. C. Christoph Schultz
Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am St. Josef Hospital in Bad Driburg

 

Zurück