Klinik für Neurologie

Ganzheitliche Hilfe bei neurologischen Krankheiten

Milliarden von Nervenzellen, die sogenannten Neuronen, sind für unsere Sprache und unsere Sinneswahrnehmung zuständig. Sie steuern unseren Körper und unsere Gefühle. Eine Erkrankung der Nervenzellen bedeutet häufig tiefe Einschnitte im Leben der Betroffenen.

Unser speziell ausgebildetes Team aus Ärzten und Pflegern legt daher großen Wert darauf, unsere Patienten auch empathisch auf diese Herausforderungen vorzubereiten. Gemeinsam arbeiten wir mit Ihnen auf einen Alltag mit größtmöglicher Autonomie und Selbstständigkeit hin.

Unsere Schwerpunkte liegen auf der Behandlung von Schlaganfällen sowie von Schwindel- und Demenzerkrankungen. Akute Schlaganfallpatienten versorgen wir auf unserer Spezialstation, der Stroke Unit. Für eine bestmögliche Diagnose und Therapie arbeiten wir eng mit anderen Kliniken der KHWE zusammen und pflegen guten Kontakt zu Haus- und ambulanten Fachärzten.

Zudem bietet unsere Klinik eine spezielle Form der Schluckdiagnostik an, die sogenannte fiberoptische endoskopische Evaluation des Schluckens. Die Erkennung und Behandlung von neurologischen Schluckstörungen ist sehr wichtig, denn sie bedeutet oft Lebensgefahr für die Patienten. Besonders in den Bereichen Schlaganfallmedizin, Multipler Sklerose und anderer Autoimmunerkrankungen kooperieren wir sehr eng mit der Universitätsmedizin Göttingen.

Ihr Chefarzt

Dr. med. Uwe Heckmann

Chefarzt Dr. med. Uwe Heckmann ist seit 2002 Regionalbeauftragter der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe in Gütersloh. Seitdem leitete er viele Aufklärungsveranstaltungen für die Bevölkerung sowie wissenschaftliche Fortbildungen über Schlaganfall. Dr. Heckmann ist Facharzt für Neurologie und Psychiatrie mit Zusatzweiterbildung in neurologischer Intensivmedizin und Psychotherapie.

Qualifikationen

  • Facharzt für Neurologie und Psychiatrie
  • Neurologische Intensivmedizin
  • Psychotherapie

Unsere Behandlungsschwerpunkte

Patienten mit akuten Schlaganfällen werden auf unserer acht Betten umfassenden Schlaganfall-Spezialstation, der Stroke Unit, behandelt. Wichtig ist, die Ursache des Schlaganfalls möglichst schnell zu erkennen. Dies erfolgt durch Darstellung der hirnversorgenden Arterien bereits in der Aufnahmesituation mit Hilfe kontrastmittelunterstützter Computertomographie und Ultraschalluntersuchungen. Ganz entscheidend für den Behandlungserfolg  ist die frühzeitige Wiedereröffnung verschlossener Hirngefäße. Bei kleineren Gefäßen erfolgt diese durch eine medikamentöse Gerinnsel auflösende Behandlung, die sogenannte Lysetherapie. Bei größeren Gefäßverschlüssen ist diese Behandlung nicht ausreichend wirksam. Hier muss mit einem Katheter das Gefäß wieder eröffnet werden. Das Verfahren nennt man Thrombektomie. Für diesen Eingriff verlegen wir die Patienten in die Universitätsmedizin Göttingen, mit der wir einen entsprechenden Kooperationsvertrag geschlossen haben. Bei Lysetherapie und Thrombektomie ist die Zeit ein entscheidender Faktor. Je schneller die Behandlungsmaßnahmen nach dem Schlaganfallereignis durchgeführt werden,  um so besser sind die Chancen der Betroffenen auf ein unabhängiges Leben nach dem Schlaganfall.

Auf der Stroke Unit werden die Patienten in der Regel 24-72 Stunden überwacht. Dabei erfolgt eine kontinuierliche Ableitung bzw. Messung von EKG, Blutdruck, Sauerstoffgehalt im Blut, Atmung, Temperatur und Blutzucker.  Die Überwachung dient der raschen Erkennung von Komplikationen, damit prompt entsprechende Therapiemaßnahmen eingeleitet werden können. Des Weiteren erfolgt eine Frührehabilitation und Frühmobilisation durch ein gut eingespieltes therapeutisches Team, bestehend aus Pflege, Physio-, Ergotherapeuten und Logopäden. Dadurch gelingt es nachweislich, die Rückbildung der durch den Schlaganfall entstandenen Beeinträchtigungen zu beschleunigen sowie Komplikationen wie Thrombosen, Lungenentzündungen und Harnwegsinfekte zu vermeiden. Die enge Kooperation mit der Kardiologischen Klinik ermöglicht die schnelle Ursachenabklärung des Schlaganfalls, die für die langfristige Verhinderung von Rezidiven, die sogenannte Sekundärprävention, von entscheidender Bedeutung ist. Nach der Akutbehandlung erfolgt zumeist die Verlegung der Patienten in stationäre oder ambulante Rehabilitationseinrichtungen. Zu diesem Zweck bestehen enge Kooperationen der Neurologie mit der Akutgeriatrischen Klinik in Steinheim und den umliegenden Rehabilitationskliniken.

Die Umgebung dreht sich, schwankt oder kippt - Schwindel tritt in vielen Formen auf und hat ebenso viele Ursachen. Besonders oft  betroffen sind ältere Menschen. Zur diagnostischen Einordnung des Schwindels ist die genaue Schilderung der Symptome durch den Patienten selbst und die klinisch neurologische Untersuchung sehr wichtig. Damit kann meist schon die Diagnose zuverlässig gestellt werden. Ergänzend werden moderne bildgebende Verfahren wie Ultraschalluntersuchungen der hirnversorgenden Arterien sowie Kernspintomographie mit Gefäßdarstellung durchgeführt. Je nach Ursache erfolgt dann die Behandlung medikamentös, psychotherapeutisch oder mit physiotherapeutischen Maßnahmen.

Meist fängt es mit kleinen Dingen an, z. B. wenn die Namen vertrauter Menschen im Umfeld der Betroffenen entfallen. Demenz bedeutet für Patienten und Angehörige einen gravierenden Einschnitt in ihrem Leben. Deshalb legen wir bei unseren Patienten großen Wert auf eine umfassende, die Vorgeschichte des Patienten berücksichtigende  Behandlung und besonders auch auf eine verständnisvolle, beratende Angehörigenbegleitung. Ergänzt durch bildgebende Untersuchungsmethoden und Labordiagnostik stellen wir aufgrund des klinischen Befundes und zumeist der Angaben der Angehörigen die Diagnose unter Berücksichtigung der verschiedenen Demenzformen. Gerne nehmen wir uns viel Zeit für die erforderlichen Gespräche.

In der Abklärung von Nerven- und Muskelerkrankungen sind Elektroneurografie und Elektromyografie wichtige Untersuchungsmethoden. Die Neurologische Klinik verfügt hier über modernste Geräte, die von erfahrenen Fachärzten mit hoher Expertise genutzt werden. Mit Hilfe der ausführlichen Vorgeschichte, des klinisch neurologischen Befundes und der erwähnten apparativen Maßnahmen ist es meist möglich, die Diagnose entzündlicher Nervenerkrankungen zuverlässig zu stellen. Die Behandlung besteht dann in der Verabreichung von Immunglobulinen, Blutwäschen (Plasmapharese) oder anderweitiger medikamentöser Therapien.

Das Parkinson-Syndrom ist eine Hirnerkrankung vornehmlich älterer Menschen ab 60 Jahren, die zu einer langsam schleichenden Bewegungsverarmung mit einer Vielzahl an weiteren nicht-motorischen Symptomen führt, die die Lebensqualität der Patienten erheblich einschränken. Die Behandlung besteht in einer differenzierten Verordnung und Dosierung von Medikamenten und intensiven physio- und ergotherapeutischen sowie logopädischen Maßnahmen. Die Neurologische Klinik bietet ihren Parkinson-Patienten ein in diesem Sinne integriertes Therapiekonzept an, das leitliniengerecht auf dem neuesten Stand der klinischen Forschung durchgeführt wird.

Die Multiple Sklerose ist eine entzündliche Erkrankung von Gehirn und Rückenmark. Sie betrifft vornehmlich jüngere Menschen unter 30 Jahren und verläuft in den ersten Jahren zumeist schubweise. Sie führt nicht selten im späteren Leben zu bleibenden Behinderungen. Wichtig ist die frühzeitige Diagnose, denn je früher die Erkrankung erkannt und behandelt wird, umso besser sind die Langzeitergebnisse der Patienten. Nach Diagnosestellung erfolgt zumeist die Schubbehandlung. Die Erkrankung bedeutet in der Regel einen gewaltigen Umbruch im Leben der Patienten. Nicht zuletzt deshalb ist es den  Ärzten der Neurologie sehr wichtig, die Patienten ausführlich und einfühlsam über die Erkrankung zu informieren und über realistische Chancen medikamentöser Behandlungsmaßnahmen zur Schubprophylaxe  zu beraten. Die Weiterbehandlung erfolgt dann zumeist beim niedergelassenen Neurologen ambulant oder in einer spezialisierten Ambulanz für MS-Patienten, z. B. auch der Universitätsmedizin Göttingen, mit der die Neurologie in Höxter eng zusammenarbeitet.

Epilepsien und erstmalige epileptische Anfälle gehören selbstverständlich ebenfalls zum Behandlungsspektrum der Neurologischen Klinik. Dabei spielt die genaue Beschreibung des Anfallsablaufes für die diagnostische Einordnung eine ganz entscheidende Rolle. Ergänzend werden EEG und Kernspintomografie des Gehirns eingesetzt mit dem Ziel, die Ursachen abzuklären und eine differenzierte medikamentöse Behandlung einzuleiten. Auch hier spielt der besonders achtsame Umgang mit den meist noch berufstätigen Patienten eine wichtige Rolle, da der erstmalige epileptische Anfall oder die Epilepsiediagnose für sie häufig einen großen Einschnitt mit gravierenden Folgen in ihrem Leben bedeutet.

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