Medizinische Klinik II –
Gastroenterologie / Hepatologie

Die ganze Bandbreite moderner Diagnostik und Therapie

Die Gastroenterologie ist ein großes Teilgebiet der Inneren Medizin und befasst sich mit sämtlichen Erkrankungen des Magen-Darmtrakts, der Leber und der Bauchspeicheldrüse. Im St. Ansgar Krankenhaus bieten wir unseren Patienten die gesamte Bandbreite der modernen gastroenterologischen Diagnostik und Therapie. Eine wichtiger Schwerpunkt ist die Endoskopie, mit der wir Krankheiten nicht nur diagnostizieren, sondern oftmals auch behandeln können. Daneben kümmern wir uns wie auch die anderen Medizinischen  Kliniken auch um die Vielfalt der Erkrankungen der „ Allgemeinen Inneren Medizin“ wie etwa Atemwegserkrankungen, Infektionserkrankungen, Diabetes, Erkrankungen der Schilddrüse, Hypertonie oder Erkrankungen der Niere.

Fachübergreifende Zusammenarbeit

Für eine bestmögliche Versorgung unserer Patienten arbeiten wir eng mit verschiedenen Abteilungen des Krankenhauses zusammen. Die Wege zwischen den unterschiedlichen Fachabteilungen sind kurz, was einen schnellen Informationsaustausch ermöglicht und den Patienten eine optimale Therapie bietet. Internistische Erkrankungen behandeln wir als Teil des Zentrums für Innere Medizin in enger Zusammenarbeit mit der Medizinischen Klinik I für Kardiologie und mit der Medizinischen Klinik III für Onkologie.

Die fachübergreifende Zusammenarbeit bezieht aber auch die anderen Fachkliniken unseres Hauses mit ein. So arbeiten bei der Diagnose und Therapie von Erkrankungen der Speiseröhre (z.B. Schluckstörung, Reflux) die Klinik für Innere Medizin, die Klinik für Chirurgie, die Klinik für Neurologie, die Klinik für Radiologie und die Abteilung für Logopädie eng zusammen. Ein weiteres Beispiel ist die Tumorkonferenz, in der Patienten mit einer bösartigen Erkrankung vorgestellt und gemeinsam besprochen werden. Nur so kann eine optimale Therapie für jeden Einzelfall gewährleistet werden.

Ihr Chefarzt

Dr. med. Ekkehart Thießen

Chefarzt Dr. med. Ekkehart Thießen hat eine umfassende Ausbildung und langjährige Erfahrung im Bereich der Inneren Medizin. Nach Stationen als Assistenzarzt in Bad Salzuflen und Brunsbüttel absolvierte er seine Ausbildung zum Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie in Detmold. Danach arbeitete er lange Jahre als Oberarzt für Gastroenterologie in Lemgo, bevor er 2014 die Leitung der Medizinischen Klinik II in Höxter übernahm.

Qualifikationen

  • Facharzt für Innere Medizin
  • Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie
  • Weiterbildungen im Bereich der Ernährungs- und Palliativmedizin

Unsere Behandlungsschwerpunkte

Die Sonografie ist gehört zu den am häufigsten angewandten und gleichzeitig schonendsten diagnostischen Verfahren, sie wird zurecht der "verlängerte Arm des Internisten" genannt.  Viele Erkrankungen können mit der Sonografie ohne einen Eingriff in den Körper und ohne Strahlenbelastung erkannt werden.

Ein besonderes Ultraschallverfahren ist die Endosonografie. Der Schallkopf befindet sich am Ende eines Endoskops und wird unter endoskopischer Sicht in den Körper eingeführt. Mit dem Endoskop kann man die Magen- oder Darmwand beurteilen und mit dem Ultraschallkopf zusätzlich durch die Wand hindurchsehen. Besonders gut sieht man die Organe in unmittelbarer Nachbarschaft zum Magen-Darmtrakt, zum Beispiel die Bauchspeicheldrüse. Und durch die Wand hindurch kann man sogar gezielt mit einer dünnen Nadel Proben entnehmen.

Unsere Leistungen in der Sonografie

  • Ultraschall der Blutgefäße und Blutstrommessung
  • Ultraschall der Schilddrüse
  • Ultraschall der Bauchorgane
  • Ultraschall verschiedener Organe und Verwendung von Echokontrastmittel
    (contrast enhanced ultrasound - CEUS)
  • Ultraschall gezielte Punktionen von Pleuraerguss oder Aszites (Bauchwasser)
  • Ultraschall gezielte Entnahme von Gewebeproben
  • Endosonografie

Für die Diagnose und Therapie ist die Endoskopie eine große Errungenschaft, denn wir können mit ihr Erkrankungen nicht nur früh erkennen, sondern sogar vorbeugen. Ein gutes Beispiel ist der Dickdarmkrebs, den wir verhindern können, indem wir Polypen im Darm entfernen. Dabei handelt es sich nicht um eine Früherkennung von Krebs, sondern um eine echte Prävention! Krebs wird verhindert, bevor er entsteht -   das gibt es sonst auf keinem Gebiet der Inneren Medizin.

Daneben können wir während der Endoskopie minimalinvasiv viele Behandlungen vornehmen, beispielsweise Engstellen mit pneumatischen Ballons ausdehnen, Steine aus dem Gallengang herausziehen, Blutungen stillen, Krampfadern der Speiseröhre abbinden und vieles mehr.

Und weil es manchmal schnell gehen muss, steht für all das eine 24-Stunden Endoskopie-Bereitschaft zur Verfügung!

Natürlich wissen wir, dass beispielsweise Magen- oder Darmspiegelung oft mit Vorbehalten und sogar Ängsten verbunden sind. Daher geben wir uns alle Mühe, unsere Patienten umfassend aufzuklären und die notwendigen Untersuchungen  so schonend wie möglich durchzuführen. 

Unsere diagnostischen Leistungen in der Endoskopie

  • Gastroskopie
  • Koloskopie
  • ERCP (Spiegelung der Gallengänge und der Bauchspeicheldrüse)
  • Bronchoskopie
  • Dünndarmdiagnostik mit der Videokapsel und
  • Doppelballon- Enteroskopie (demnächst Spiralenteroskopie)

Unsere therapeutischen Leistungen in der Endoskopie

  • Blutstillung mit den unterschiedlichsten Verfahren,
  • Entfernung von Fremdkörpern
  • Probeentnahmen zum Beispiel zur Diagnose von Helicobacter pylori
  • Gewebeabtragung bis hin zur Abtragung von Krebsfrühstadien
  • Entfernung von Polypen
  • Behandlung von Varizen in Speiseröhre oder Magen mit Ligatur oder Histoacryl
  • Verödung von Gefäßmissbildungen mit Argonplasma
  • Einlage von Ernährungssonden in den Magen (PEG)
  • Behandlung von Strahlenschäden der Schleimhaut mit Radiofrequenz
  • Aufdehnung von Engstellen mit Ballon oder Bougie, danach ggf.
  • Einlage von Plastik- oder Metallstents
  • Erweiterung der Gallengangsmündung (Papillotomie)
  • Extraktion von Steinen aus dem Gallengang

Die Funktionsdiagnostik wird immer dann wichtig, wenn Sonografie und Endoskopie unauffällig sind, aber der Patient trotzdem über hartnäckige Beschwerden klagt. Manchmal kann eine Nahrungsmittelunverträglichkeit dahinter stecken, zum Beispiel eine Lakoseintoleranz. Die Diagnostik erfolgt mittels Wasserstoff (H2)-Atemtest auf verschieden Zuckerarten wie Laktose, Fruktose, Sorbit. Auch eine Fehlbesiedlung des Dünndarms mit Dickdarmbakterien kann so festgestellt werden.

Auch Schluckstörungen sind nicht selten. Ursache können Erkrankungen der Speiseröhre selbst sein. Oder die Schluckstörung besteht als Folge anderer Erkrankungen, zum Beispiel nach einem Schlaganfall. Die Abklärung der Schluckstörung erfolgt bei uns mit dem modernsten derzeit zur Verfügung stehenden Verfahren, der HR- Manometrie. Manometrie bedeutet Druckmessung in der Speiseröhre, HR steht für hochauflösend. Bei der Untersuchung wird ein Katheter mit 36 Drucksensoren im Abstand eines Zentimeters verwendet. Mit diesem Katheter wird der Transport von einem Schluck Wasser vom Mund bis in den Magen registriert. Und wenn dann noch Fragen bleiben, erfolgt die „funktionell- endoskopische Evaluation des Schluckakts“, abgekürzt FEES in Zusammenarbeit mit der Klinik für Neurologie und der Abteilung für Logopädie.

Ein weiteres Beispiel ist die Refluxerkrankung. Die Refluxerkrankung ist eine echte Volkskrankheit, 20-25% der Bevölkerung leiden an ihr. Bei der Refluxerkrankung fließt Magensäure in die Speiseröhre zurück und löst typische Beschwerden wie Sodbrennen aus.
Die Diagnose ist nicht immer einfach. Nur bei der Hälfte der Betroffenen findet man die typischen Schleimhautschäden in der Speiseröhre, die eine Diagnose erlauben. Die andere Hälfte hat zwar dieselben Symptome, aber hat sie auch wirklich eine Refluxerkrankung?  Bevor man eine gezielte Therapie, zum Beispiel eine Operation durchführt, muss man sicher sein, dass die Beschwerden wirklich durch einen Reflux verursacht sind. Dieser Nachweis wird durch die 24-Stunden pH-Metrie erbracht. Dabei wird eine dünne Sonde in die Speiseröhre eingeführt. Die Sonde misst über 24 Stunden die Säurebelastung der Speiseröhre. Dann weiß man sicher, ob ein Reflux vorliegt und eine Operation sinnvoll ist oder nicht.

Unsere Leistungen in der Funktionsdiagnostik

  • H2- Atemtest
  • HR- Manometrie
  • FEES
  • 24-Stunden pH-Metrie
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